Bau- und Maltage im Garten

Diesen Frühling haben wir im Garten wieder eifrig gearbeitet, da wie jedes Jahr einige Bereiche renoviert und neu gestrichen werden mussten.

Als erstes trafen sich Jörg, Michi und Robert Ende April  um die vorderen Gemeinschaftsbeete entlang vom Kanal zu renovieren. Dafür hoben sie zu Dritt einen länglichen Graben aus, wo darin etwa sechs neue Paletten fixiert wurden.

Dadurch entstand eine Holzwand, die den Pflanzen als Rankhilfe dienen sollen und zusätzlichen Schutz vor z. B. Wind und Regen bieten. Geplant war auf der neu gewonnenen Holzfläche „Willkommen im Gemeinschaftsgarten“ zu schreiben, verziert mit bunten Blumen als Farbtupfer. Die unzähligen Passant*innen werden dadurch freundlich auf unseren Garten aufmerksam gemacht und gleichzeitig willkommen geheißen.

Die Idee wurde bereits liebevoll bei einer Malaktion im Mai von Olivia, Pia und Robert umgesetzt. Wie man auf dem Foto sieht, – eine gelungene Konstruktion, die unseren Garten noch mehr verschönert.

Anfang Juni waren wir noch mal fleißig und haben weitere Bereiche im Garten mit viel bunter Farbe und Fantasie neu gestaltet!

Der Kompost. Meine Geschichte. Nicht nur Gartenarbeit – sondern eine Lebensart.

Zuerst wollte ich Kompostbeauftragter sein, einfach um persönliche Macht im Garten zu haben, wichtig zu sein und Leute zu beherschen. Seitdem habe ich an der schmutzigen Arbeit und der Wissenschaft des Komposts Gefallen gefunden. Mein Machthunger ist auch weniger geworden.

Der Kompostplatz in unserem Gemeinschaftsgarten besteht aus drei Abteilungen: “Gealterter Kompost”, “Arbeitskompost” und “Frischer Kompost”. Neuer Kompost wird immer in die Abteilung “Frischer Kompost” gegeben. Kompost, der schon braun, aber noch nicht vollständig zu Erde geworden ist, gehört auf den “Gealterten Kompost”. Der “Arbeitskompost” bleibt fast immer leer. Dieser wird nur benuzt, um Kompost zu mischen und die verschiedenen Teile zu bewegen.

Die drei Abteilungen liegen direkt nebeneinander. Alle drei sind mit selbstgemalten Schildern markiert worden.

arten donaukanal kompost

Die Chemie des Komposts hat vier Teile. Wasser, Sauerstoff, Stickstoff und Kohlenstoff. Es kann passieren, dass Kompost entweder zu nass oder zu trocken ist. Zu nass ist jedoch normalerweise im Freien nicht möglich, weil Wasser leicht in der Erde abfließt. Sauerstoff kann nie zu viel da sein. Stickstoff und Kohlenstoff müssen in Gleichgewicht sein. Es wird gesagt, dass das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff circa 25 zu 1 sein soll. Braune Blätter zum Beispiel enthalten Kohlenstoff und Stickstoff im Verhältnis 50 zu 1. Normalerweise haben grüne Reste einen höheren Stickstoffgehalt und braune Reste einen höheren Kohlstoffgehalt. Zu viel Kohlenstoff ist für den Kompost nicht schädlich, aber es verlangsamt der Prozess. Zu viel Stickstoff kann schädlich sein und der Kompostierprozess läuft nicht richtig ab.

Obwohl es oft nicht praktisch umsetzbar ist, dass der ganze Prosess so genau gemessen und kontroliert wird, gibt es ein par Dinge, die durchaus schaffbar sind. Wenn es heiß und trocken ist, kann der Kompost ziemlich oft gegossen werden, sodass er feucht bleibt. Man kann auch einfach mit der Hand kontrolieren, ob es funktioniert: Der Kompost soll ein paar cm unter der Oberfläche heiß sein, auch wenn es kalt draußen ist. Man weiß, dass der Kompost zuviel Stickstoff hat, wenn er unangenehm riecht. Frischer Sauerstoff wird beim Mischen hinzugefügt. Deshalb existiert der leere “Arbeitskompost” Kasten. Je öfter der Kompost durchmischt wird, desto mehr Sauerstoff bekommt er und der chemische Prozess wird beschleunigt. Die leere Abteilung in der Mitte hat auch eine zweite Funktion. Der Kompost, der unten liegt, wird immer zuerst fertig und kann zum Gärtnern benutzt werden. Deshalb kann man den “Arbeitskompost” benutzen, um den oberen Teil des Komposts zu bewegen und zwischenzulagern.

Erntedankfest 2019 mit Foodsharing Wien

Am Sonntag Nachmittag, den 13.10.2019, trafen sich einige Gärtnerinnen und Gärtner bei schönem Wetter zum Erntedankfest 2019. Es befand sich eine bunte Mischung von Menschen in unserem Garten. Viele davon waren vom Verein Food-Sharing.at.

So wie jedes Jahr fand bei uns im Garten eine Food-Sharing-Aktion statt. Bei dieser Aktion wird ein Lastenfahrradstand mit „geretteten“ Lebensmittel aufgestellt. Die angebotenen, vollwertigen Lebensmittel wären sonst auf den Müll gelandet. Man konnte wieder gratis verschiedene Lebensmittel mitnehmen. Es gab z.B. Brot, Obst, Gemüse, Eier und vieles mehr.

Unter den GartenfreundInnen wurden aber auch viele selbstgemachte Köstlichkeiten probiert und ausgetauscht. Es entstand eine rege Diskussion über neue Rezepte und Kochideen.

Ein besonderes Highlight waren die unterschiedlichen Solaröfen, die Michi organisierte und aufstellte. Einer davon war ein Parabolspiegel, der mit gebündelten Sonnenstrahlen genug Hitze zum Kochen erzeugt. Wir probierten mit den unterschiedlichen Öfen Brot zu backen, eine Eierspeise in der Pfanne zu kochen und ein gerettetes Brot mit Käse zu überbacken. Leider hat uns die Sonne ein wenig im Stich gelassen, aber ein Versuch war es trotzdem wert.

Diese bei uns eher seltene, aber sehr nachhaltige Kochweise, erweckte auch viel Aufmerksamkeit und Interesse bei den PassantInnen.

So war auch heuer wieder das Erntedankfest ein spannendes und inspirierendes Erlebnis. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

Bierblindverkostung im Gemeinschaftsgarten

Am 19.7.2018 trafen sich ein Dutzend Leute zur Bierblindverkostung im Gemeinschaftsgarten.

40 verschiedene Biere wurden in der Scheibtruhe mit kaltem Wasser eingekühlt: darunter fanden sich exotische Biere wie Ingwer, Hanf, oder Reis, Biere aus Kroatien, Belgien und der Schweiz und sowohl Craft-Biere als auch Industrie-Biere.

Die Biere wurden von einer Zeremonienmeisterin in einen neutralen Behälter gefüllt, aus dem in der Runde jeweils ein paar Schluck in den eigenen Becher umgeschenkt wurden. Nach der Verkostung wurden von allen Noten von 0-10 (Bestnote) vergeben und danach die Biersorte bekanntgegeben.

Die Noten wurden in ein Spreadsheet eingegeben, das dann automatisch den Durchschnitt ausrechnete, sowie andere Werte wie z.B. Varianz (Abweichung vom Durchschnitt).

Wir hatten viel Spaß bei der Verkostung der vielen Biere und einige der Ergebnisse waren doch sehr überraschend, siehe untenstehendes Ranking.

Lesung und Theateraufführung im Gemeinschaftsgarten am 27.7.2018

200 Jahre Karl Marx: Von Liebe und Müßiggang

Das „erste linksradikale Papiertheater Wiens und der ganzen Wöd“ las (Liebes)-gedichte von Karl Marx und spielte das Papiertheaterstück „Ein seltsamer Wahn“.

Ein seltsamer Wahn beherrscht die Arbeiter(Innen)klasse der Nationen, in denen die kapitalistische Zivilisation regiert.

So beginnt der Text «Das Recht auf Faulheit» von Paul Lafargue, seines Zeichens Schwiegersohn von Karl Marx. Der Wahn heißt: «Recht auf Arbeit». Wir sagen: 3 Stunden Arbeit sind genug!

Es spielten und lasen: Peter Haumer, Anna Leder, Andi Pavlic und Eva Schörkhuber.

Viele Flaneur-innen kamen in unseren Garten, es gab genug zu trinken, essen, plaudern, bis es dunkel genug war, die winzig kleine Bühne effektvoll zu beleuchten, die auf unserem „Wohnzimmertisch“ plaziert war. Die vier Sprecher leiteten das Geplauder in eine Einstimmung auf  Karl Marx als Privatmensch über, sie lasen auch Liebesgedichte an Jenny, die Herzens-und Ehefrau, erklärten familiäre Beziehungen, Krankheit und Geldnot des Karl Marx.

Endlich erschien dieser auf der Bühne, ein Löwenkopf oben, unten eine Tänzerin im Tutu, an der Stange übend. Dazu eine Tochter und der Schwiegersohn, der „Das Recht auf Faulheit“ verfasst hatte, Paul Lafargue. Sie feuern Marx beim Tanztraining an. Er wirkt rührend und lächerlich. In dem 15 Minuten dauernden Stück geht es prinzipiell um das Recht auf (menschenwürdige) Arbeit und das Recht auf Faulheit. Ein leises, kleines Stück für aufmerksames Publikum.

Der Rahmen, Abendstimmung am Donaukanal, einst ein Kost-nix-Freizeitparadies, im einzigen Non-Profit Bereich, der noch übrig geblieben ist, hat die Stimmung verdichtet. Es war einfach nur gut!!

offener Bücherschrank im Gemeinschaftsgarten Donaukanal

Erntedankfest 2017 mit M.U.T. und Foodsharing Wien

Bei herbstlichem Wetter trafen sich der Gemeinschaftsgarten Donaukanal, Foodsharing.at  und der Verein M.U.T. gemeinsam mit Interessierten und FreundenInnen am frühen Nachmittag zu einem Erntedankfest bei den Gemeinschaftsbeeten am Donaukanal.

Das Foodsharing-Team kümmerte sich um die Organisation von geretteten Lebensmitteln und tischte die vielen Leckereien zur freien Entnahme auf. Von Obst und Gemüse, über Brot und Gebäck bis hin zu Mehlspeisen, Kuchen und Torten wurde Vieles davon an die BesucherInnen und PassantInnen verteilt.


Der Rest landete in diversen Foodsharing- Fairteilern. Besonderen Anklang fand der „Gratis-Supermarkt“ bei den KlientInnen der M.U.T.-Familienhäuser. Vielen Dank an Foodsharing an dieser Stelle!
Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Gitarrist Stefan (SambAttac) mit Freunden.

Es wurde noch bis in die späten Abendstunden hinein gemeinsam gelacht, getratscht um sich dabei durch die Köstlichkeiten zu probieren. Danke an alle, die sich an der Organisation unseres Erntedankfestes beteiligt haben sowie mit guter Laune diesen schönen Tag mitgestaltet haben!

Thai-Kochworkshop im Garten

Am 15. Juni gab es einen ganz tollen Thai-Kochworkshop bei uns im Garten. Eine unserer MitgärtnerInnen hat uns gezeigt, wie man einen authentischen grünen Curry zubereitet. Es war unglaublich lecker und hat allen ausgezeichnet geschmeckt. Danach ging es gleich kulinarisch weiter und wir haben noch die Griller angeworfen. Das bisschen Regen zwischendurch hat uns nichts ausgemacht und wir wurden am späten Nachmittag mit strahlendem Sonnenschein belohnt.

Neue Nachbarn! M.U.T. Garten „Jam Jam Chili Chili“

Wir haben neue Nachbarn! Gleich neben unserem Gemeinschaftsgarten Kanalaufwärts Richtung Tel Aviv Beach dürfen wir seit Mai 2017 den M.U.T.-Garten „Jam Jam Chili Chili“ begrüßen.

Der Verein M.U.T. (Mensch, Umwelt, Tier) erzählt hier über ihre neue Initiative:

Über die Kooperation mit der Adria Wien wurde uns dankenswerter Weise am Donaukanal eine Grundstücksfläche von ca. 60 m² für unser Urban Gardening Projekt zur Verfügung gestellt. Ende Mai 2017 starteten wir nach einer raschen Planungsphase mit dem Bau unserer ersten drei Hochbeete.

Auch Bodenkulturen in Form von Hügelbeeten und eine in sich schließende Bio-Abfallwirtschaft ist geplant.

Angelehnt an das Permakultur-Prinzip wird die zur Verfügung gestellte Fläche für uns der Versuch sein, im städtischen Raum die Verbindung zu unserer Ernährungsgrundlage wieder herzustellen.

Unsere Klientinnen und Klienten in den beiden M.U.T.-Familienhäusern MaPaKi 12 und MaPaKi 22 können im Zuge des 3x wöchentlich stattfindenden Beschäftigungsprojektes nun selbst Hand anlegen und an sonnigen Tagen die Zeit in unserem Gemeinschaftsgarten verbringen.

Die drei bestehenden Hochbeete sind nun Heimat von sehr vielen unterschiedlichen Gemüsepflanzen. Unter anderem sonnen sich darin derzeit Stachelgurken, Artischocken, Tomaten, Paprikas, Chilis, Petersilie und Kürbispflanzen. All diese alten und samenfesten Sorten wurden von der Arche Noah gesependet!

Für das Verein M.U.T.-Team ist mit unserem Gemeinschaftsgarten „Jam Jam Chili Chili“ ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gegangen. Der Garten soll sowohl ein Bildungsprojekt als auch eine soziale Schnittstelle sein.

Projektleiterinnen sind Geschäftsführerin Stefanie Fredericks und Redakteurin Laura Anna Lobensommer.

Große Garten-Bauaktion 2017

Diesen Frühling und Sommer wurden bei uns im Garten wieder fleißig neue Gartenmöbel und Beete gebaut. Wie immer haben wir nach Materialien zum recyclen und upcyclen gesucht und haben wieder viel gefunden. Im Laufe von ca. zwei Monaten entstanden so:

  • ein neues Blumenbeet mit Pinnwand
  • rückseitig eine gemütliche lange Bank mit Tisch in der Mitte
  • 2 Enziartige Bänke mit einem eingebauten Verschlag, wo wir unsere Geräte und Scheibtruhen aufbewahren können
  • neue Bänke für die Sitzecke

Alle neuen Möbel und die bestehende Möbel wurden dann noch mit wetterfester Farbe bemalt. Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht, gemeinsam an diesen Möbeln zu arbeiten und sogar einige Passanten haben spontan mitgeholfen. Zusätzlich wurden bestehende Möbel repariert und ebenso einige der bestehenden Hochbeete.

Unsere Gartenbesucher und wir genießen die neuen Lounge-Möglichkeiten natürlich sehr und es wird nächstes Jahr natürlich wieder weitergebaut.

 

 

Erntedankfest 2016

Wie jedes Jahr haben wir auch diesmal im Oktober unser jährliches „Erntedankfest“ gefeiert. Es findet immer am Ende der Gartensaison statt und ist, wie immer :-), eine große Grillage mit jede Menge gutem Essen und Trinken. Bevor es ans Feiern ging, wurde der Garten noch gemeinsam winterfest gemacht und nach dem langen Sommer ordentlich gereinigt. Das Wetter war genial und wir hatten einen grandiosen Abschluss zu einer feinen Gartensaison.